Geschichte zur Verhandlung mit Geistern


Es war einmal ein Sultan der Geister, dieser verliebte sich in die Tochter des Pharaos. Durch einen Priester bekannt, bat er den Pharao um die Hand seiner Tochter. Doch dieser wies ihn energisch zurück und so wurde der Geistersultan sehr zornig und besetzte die Tochter und ernährte sich fortan von ihr. Sie wurde schwer krank, blass und verlor den Lebenswillen. Es kamen sehr viele weise Männer und Heiler. Mit Elixieren und Exorzismen versuchten sie, die Tochter zu befreien. Doch der Geistersultan war stärker als sie alle.

Der Pharao gab aber nicht auf und seine Boten zogen durchs Land und fanden eine Heilerin, dessen Vater ein Priester war. Sie war mit den Geistern sehr gut befreundet. Ihr Name war Zara.

Zara kam also zu der besetzten Tochter des Pharaos und badete sie gründlich in Rauch und bat den Geist der sie besass durch den Mund der Prinzessin zu sprechen. "Ich begrüsse dich, sei willkommen, was ist dein Begehr?" frug sie. Der Geistersultan war sehr überrascht, da er nichts anderes in den letzten Wochen erfuhr als Flüche und Exorzismen. Nach einer Weile antwortete er: "Ich kam in den Körper der Prinzessin, da der Pharao sie mir nicht zur Frau geben wollte. Mir gefällt es so und meine Geisterfreunde wollen kommen und alle Frauen dieses Hofes besetzen. Nun aber bist du mir dazwischen gekommen und fragst mich nach meinen Wünschen. Nur für dich Zara, nur für dich werde ich den Körper der Prinzessin verlassen. Allerdings verlange ich ein nächtliches Fest mir zu Ehren." 

"Gern, sagte Zara "welche Art von Fest wünscht du dir?"

"Bereitet eine Tafel für die Opfergaben, zündet Kerzen an, singt und schlagt die Trommel auf diese Weise, dann werde ich die Prinzessin verlassen und sie wird sich bester Gesundheit erfreuen."

 

Quelle: Entstehungsgeschichte des Zar-Kultes in längerer Fassung von E. Littman von der Schecha Zakiya Bint Muhammed Subbhi erzählt.