Kleine Zwergenkunde


Grausamkeit der Menschen zeugte Grausamkeit der Zwerge.

Menschliche Güte, Zwergengüte.

Einst wurde ein sterbliches Ehepaar, welches zuvor einem  Zwerg geholfen hatte, dadurch belohnt, dass dieser einen Fels vor ihr Haus rollte und somit bei Unwetter ein Hochwasser ablenkte.

Diesen Domowiye findet man in russischen Holzschnitzereien.
Diesen Domowiye findet man in russischen Holzschnitzereien.

Während schamanisch Praktizierende den Puma in nordischen Wäldern suchen und sich von Kolibris durch den heiligen Hain führen lassen, warten die Zwerge geduldig darauf, dass sie wieder in warmen Stuben einziehen dürfen oder endlich eine ihnen gebürtige Gabe erhalten, und sei es ein Stück Aufmerksamkeit.

 

Eine interessante Rolle spielen die Erdzwerge in der Kosmologie der Edda, welche eine Möglichkeit eines nordischen Schöpfungsmythos sein könnte.

Norðri, Suðri, Austri und Vestri sind die Zwerge, die den Schädel Ymirs hielten, dem Riesen aus dem die Erde gemacht ist. Sie bedeuten, wie ihre Namen verdeutlichen, die 4 Himmelsrichtungen und stützen das Himmelsgewölbe. Diese Zwerge sind nicht an eine bestimmte Größe gebunden.

 

Es gibt unzählige Sagen und Geschichten der Zwerge. Sie schafften es sogar als Schlümpfe ins Fernsehen, oder als Mainzelmännchen, kennst Du sie noch? Und auch die Heinzelmännchen beweisen, dass man sie nicht einfach vergessen kann.

 

Sehr bekannt ist der Mythos, welcher von kleinen Wesen mit roten spitzen Hüten erzählt. Von kleinen Erdbewohnern die in Waldhöhlen lebten und sie waren begabte Schmiede.

 

Sogar Mjölnir, der Hammer Thors, wurde von zwei Zwergen geschmiedet und besitzt magische Fähigkeiten. 

 

Wer also die Zwerge ehrt, wie in anderen Kulturen Götter und andere Geistwesen verehrt werden, wird nicht nur einen Schutz für sein Heim erfahren, sondern vielleicht auch das ein oder andere Handwerk erlernen dürfen.

 

Wie verehrt man heutzutage die kleinen Helfer oder schenkt ihnen die gebürtige Aufmerksamkeit? mehr dazu unten....

 Zwerge, die sich um das Vieh am Hof kümmerten nannte man in Russland Domowiye. Sie haben wie Kühe, Schafe und Ziegen- Paarhufe.
Zwerge, die sich um das Vieh am Hof kümmerten nannte man in Russland Domowiye. Sie haben wie Kühe, Schafe und Ziegen- Paarhufe.

 Auf einigen Höfen in Russland jedoch gibt es auch heute noch mindestens einen Domowiye. Jeder von ihnen bewacht sehr eifersüchtig seinen eigenen Aufgabenbereich. Sie kümmern sich um das Vieh und im Haus sind sie fleissige Helfer und Bewacher. Sie weckten ihre Menschen bei Brand, ihr bitterliches Geheule kündigte den Tod eines Verwandten an und ihr Stöhnen warnte vor Seuchen.

Domowiye die sich um um das Vieh kümmerten haben Paarhufe. 

Nach dem Essen war es üblich den Tisch gedeckt zu lassen für diesen heimlichen Helfer, so dass er sich laben konnte. Auch das Badewasser liess man noch einige Zeit für ihn in der Wanne. Missachteten die menschlichen Bewohner diese Gaben mussten sie mit Wutausbrüchen der kleinen Hausgeister rechnen. Dabei hinterliessen sie Chaos, Unordnung und im schlimmsten Fall zerstörten sie ganze Höfe. 

Von der Zerstörungswut erzählen die Boggarts, dazu aber mehr weiter unten ;)

Wozu sollte man Kontakt zu einem Zwerg suchen?

Wie man jetzt schon herausgelesen hat, bieten Zwerge Schutz für das eigene Heim und bewahren einen vor Pannen .....oder sie sorgen für Pannen wenn sie unzufrieden sind. Und genau dann stellt man Kontakt her. Für russische Schamanen zB ist es völlig normal erst den Zwerg des Hauses zu kontaktieren und mit ihm über die Probleme zu reden und zu verhandeln.

 

Zwerge symbolisieren das Glück und Wohl im Hause, ein Haus ohne Zwergenkraft ist seelenlos.

Sie sorgen sich aber nicht nur um Dein Heim, sondern auch um Dein ganzes Hab und Gut. So auch um Dein Auto oder Fahrrad zB.

Wenn Du also ständig Pech hast mit Autopannen oder Geräten, die kaputt gehen, Türen die knallen und Dinge, die immer "verschwinden", so kann Dein Hausgeist für diese Pannen verantwortlich sein. Ein kleines Opfer kann ihn besänftigen.

Wie verehrt man Zwerge heutzutage?

Es gibt einige Gärten in denen kitschige Plastikzwerge zwischen den Pflanzen eingezogen sind. Dies ist eine wohl eher unbewusste Einladung an die kleinen Erdgeister. Trotzdem sieht man daran, dass sie es irgendwie geschafft haben im Bewusstsein der Menschen zu bleiben.

 

Man kann sie aber genauso gut bewusst mit auf dem Altar integrieren.

 

So wie man auch anderen Göttern opfert, mit Blumen, Speisen und Getränken, so kann man auch ihnen mal ein wenig auf einen kleinen Teller oder Löffel darreichen. An kalten Tagen bietet man ihnen symbolisch einen warmen Platz. Man legte damals Heu aus.

 

Im Wald und auf Wiesen kann man mal  einen Cent in der Erde vergraben, ein Stück Kupfer mögen sie sehr gerne.

Zwerg auf dem Altar

Zwerge kann man sehr schön auf seinen Altar platzieren um ihnen einen fixen Platz im Heim zu bieten. Möchte man direkten Kontakt zu seinem Zwerg mit einem Anliegen, so kann man auch mit dem Symbol für den Domowiye (oben auf dieser Seite) arbeiten. Dazu zeichnet man es oder ritzt es in Holz und bringt es ebenfalls auf seinen Altar. Ist das Anliegen beendet, so kann man seinen Altar neu auslegen. Mehr zum Altar findest du hier.

ein Männlein steht im Walde...

ganz still und stumm,

es hat vor lauter Purpur

ein Mäntlein um.

Sagt, wer mag das Männlein sein,

das da steht im Wald allein

mit purpur roten Mäntelein?

Die Zwerge bilden das Volk der Pilze und gerade der Fliegenpilz wird mit Glück und Freude verbunden.

Daher ist der Fliegenpilz auch ein Mittel um mit dem Zwergenvolk in Kontakt zu treten. Er erleichtert den schamanischen Flug, schenkt Glücksgefühle, Ruhe und Entspannung. Fliegenpilze können getrocknet und verräuchert werden. Das enthaltene Muscimol ist wasserlöslich, so dass auch Tees bereitet werden können. Genaue Angaben müssen selber sehr vorsichtig und mit Respekt erkundet werden. Es gibt den Tip mehrere Fliegenpilze zu trocken (ganz) und sehr fein miteinander zu vermahlen um eine Dosis erforschen zu können. Aber dies ist generell nicht zu empfehlen.


Zwergengalerie

eine kleine Reise zu den Zwergen


der Massariol

Der kleine Bauer ist im Nordosten Italiens zuhause. Er hütete Kühe und Pferde und flochte zu Feiertagen den Tieren wunderschöne Zöpfe. Wenn er nicht auf der Weide war, machte er in der Stube den Damen schöne Augen.

der Kobold

der Kobold ist in Nordeuropa beheimatet und ein sehr hilfreicher und auch fröhlicher Hausgeist. Aber nur solange er beachtet und nicht gekränkt oder beleidigt wurde. War dies der Fall zerstörte er die Einrichtung und verursachte Chaos.

der Clauricaune

Er ist in Irland zuhause und eher ein Einzelgänger. Er ist ein guter Trinker und hält sich im Weinkeller auf. Dadurch hinderte er Bedienstete selbiges zu tun und schütze somit den alkoholischen Vorrat. 

Er war zwar immer betrunken aber trotzdem immer sehr gut gekleidet. 


der Leprechaun

Auch der Leprechaun ist in Irland beheimatet. Man konnte ihm auf die Spur kommen wenn man seinem Hämmern folgte. Aber fangen konnte ihn nie einer, und seinen sagenhaften Schatz schon gar nicht. Dafür war er viel zu gerissen und lenkte geschickt die Diebe ab.

der  Monaciello

Der kleine Mönch kommt aus Neapel und bewacht verborgene Schätze. Er kneift die Leute und stiehlt ihnen ihre Kleidung. Reich werden konnte man auch, wenn man seine Mütze stahl. Denn er tat alles um sie wiederzubekommen.

das Wichtlein

Die Wichtlein Deutschlands lassen Steine auf die Arbeiter regnen, was sie aber freute. Dann wussten sie, dass sich dort reiche Erzlagerstätten verbargen. Gewaltiges Getöse warnte die Arbeiter vor Katastrophen und Einstürzen.


der Boggart

Boggarts leben auf Feldern und Wiesen. Sie sind sehr verbitterte und verletzte Zwerge die zu "Dämonen" mutiert sind und statt Schutz und Frieden in die Heime zu bringen, verdarben sie das Essen von Familien und Kindern. Im schlimmsten Fall steckten sie nach schottischer Sage ganze Dörfer in Brand. Auch wer wegzog entkam ihnen nicht, sie versteckten sich in Butterfässer und Krügen.

der Redcap

Redcaps lebten auf Schottland in unbewohnten Burgen. Sie erspähten von dort aus ahnungslose Reisende und töteten sie. Das Blut ihrer Opfer nutzten sie um ihre Hauben einzufärben, daher rührt zumindest ihr Name. 

Ein Kurzifix soll vor ihnen geschützt haben indem man es ihnen vor die Augen hielt, was natürlich sehr christlich eingefärbt ist. Mit einem Schwert ginge dies ebenfalls.


Vielleicht hast Du nun auch Lust bekommen Deinen Wichtel sichtbar zu machen und ihm einen kleinen Platz in deinem Heim zu bieten? Dies würde mich sehr freuen, aber mehr noch Deinen Hauszwerg, alles Liebe.